Warum Frankfurt den Radentscheid braucht

Von einer guten Fahrradinfrastruktur profitieren alle. Die Gründe erfährst Du hier.

Frankfurt steht vor vielen Herausforderungen:

Hohes Bevölkerungswachstum

  • mehr Einwohner*innen auf gleichem Raum
  • steigende Pendlerzahlen
  • verstopfte Straßen und überlasteter Nahverkehr
  • Gefahr des Verkehrskollaps
s

Gesundheitsbeeinträchtigung der Bürger*innen

  • Luftverschmutzung (hohe Stickoxid- und Feinstaubbelastung)
  • starke Lärmbelastung an Verkehrswegen
  • Bewegungsmangel und Übergewicht

Urbane Zukunftsthemen

  • mehr Lieferverkehr durch wachsenden Onlinehandel
  • verstärkte Aufheizung von Straßenräumen in den Sommermonaten

Wir glauben, dass mehr Radverkehr zur Lösung beiträgt, denn:

Radfahren ist gut für Dich

  • weil es in der Großstadt auf kurzen Strecken am schnellsten ist: Auf Strecken unter 5 km ist man per Rad fast immer schneller am Ziel, bis 20 km per Pedelec vergleichbar schnell wie per Auto. 🔗
  • weil es gesund ist: Radfahrer haben ein deutlich niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, haben weniger Stress, einen besseren Stoffwechsel und gesündere Gelenke. 🔗(pdf)
  • weil Du flexibel bist: Kein Warten auf die Bahn, keine ausgefallenen Züge – mit dem Rad kommt man direkt von Tür zu Tür. Ohne große Parkplatzsuche.
  • weil Du nie im Stau stehst:  Autofahrer hingegen schon: jährlich in Deutschland zusammengerechnet 535.000 Jahre! 🔗
  • weil es in Anschaffung und Unterhalt wesentlich kostengünstiger ist als ein Auto: Selbst das günstigste Auto kostet laut ADAC-Autokostenrechner 327€ / Monat. 🔗
  • weil es Spaß macht – wenn die Infrastruktur stimmt!

 

Radverkehr ist gut für die Gesellschaft

  • weil er Verkehrsprobleme löst: Fahrräder brauchen viel weniger Fläche als Autos. Ein Auto verbraucht in Fahrt bis zu 4-mal soviel Platz wie ein Fahrrad, abgestellt 10-mal soviel. 🔗
  • weil er emissions- und lärmfrei ist und somit Menschen und Umwelt schont.
  • weil die Infrastruktur kostengünstig in Bau und Unterhalt ist: Ein Meter Radweg kostet nur etwa ein Sechstel eines Straßenmeters. 
  • weil Kosten gespart werden: Radfahren spart der Gesellschaft pro gefahrenen Kilometer 16 Cent (insbesondere durch geringere Gesundheitsausgaben), Autofahren hingegen kostet die Gesellschaft 15 Cent pro gefahrenen Kilometer. 🔗
  • weil radfahrende Kunden lokal kaufen und mehr Geld ausgeben:   Radfahrer*innen kaufen zwar pro Einkauf weniger, aber dafür häufiger ein. 🔗(pdf)

Von einem hohen Radverkehrsanteil profitieren letztlich alle Frankfurter*innen!

Frankfurt bietet zudem aufgrund der kurzen Wege und günstigen Topographie gute Voraussetzungen zum Radfahren.

Viele Menschen haben das längst erkannt und würden gerne mehr Radfahren.

Aber der Anteil der mit dem Rad zurückgelegten Wege liegt in Frankfurt nur bei 13%. Zum Vergleich: In Städten wie Amsterdam oder Kopenhagen ist er mehr als doppelt so hoch.

 

  • Kopenhagen 29%
  • Amsterdam 32%
  • Frankfurt 13%

Warum ist das so?  Der Fahrrad-Monitor 2017 des Bundesverkehrsministeriums (🔗befragte die Deutschen zum Thema Fahrrad:

%

der Radfahrenden fühlen sich im Mischverkehr auf der Straße unsicher.

%

der Befragten fordern von der Politik, mehr Radwege zu bauen.

Unter Radverkehrexperten ist man sich einig, dass das weit verbreitete Unsicherheitsgefühl die zentrale Hürde für mehr Radverkehr ist. 

Sicher fühlen sich Radfahrende aber nur auf Radwegen, die baulich vom Verkehr getrennt sind.

Investitionen in den Radverkehr erhöhen die Sicherheit der Radfahrer – das zeigt auch eine aktuelle Studie zur Verkehrssicherheit. 🔗

Ein Kopenhagener Radfahrer hat ein 13-fach niedrigeres, ein Amsterdamer Radfahrer ein achtfach niedrigeres Unfallrisiko als ein Radfahrer in Frankfurt!

Die Stadt Kopenhagen investiert dafür über 35 € pro Einwohner/Jahr, Amsterdam 11 € in Fahrradinfrastruktur.

Frankfurt?  Gerade mal 4,30 €.

Quelle: statista.com

Eine bessere Radinfrastruktur gibt nicht nur ein Sicherheitsgefühl, sie senkt auch das tatsächliche Unfallrisiko und führt dazu, dass mehr Bürger*innen Fahrrad fahren.

Darum setzen wir uns für bessere Fahrradinfrastruktur ein –

damit Frankfurt noch lebenswerter wird und bleibt!

Das werden wir oft gefragt

Warum sollte man den Radverkehr überhaupt unterstützen?

Wir glauben, dass das Fahrrad ein tolles Verkehrsmittel für alle Frankfurter*innen sein kann, wenn die richtige Infrastruktur vorhanden ist. Zum einen ist Rad fahren gut für Dich: es ist gesund und macht Spaß. Zum anderen ist Radfahren auch gut für alle anderen. Fahrräder nehmen weniger Raum als Autos auf der Straße ein, verursachen keine CO2-, NOX-, oder Feinstaubemissionen und sind leise. Mehr Radverkehr in Frankfurt ist also gut für alle, nicht nur für die Radfahrer*innen. Aus diesen Gründen sind wir vom Radentscheid Frankfurt der Meinung, dass die Stadt Frankfurt mehr für den Radverkehr tun sollte.

Warum sollte man ein Verkehrsmittel den anderen (Auto, ÖPNV, Fuß) gegenüber bevorzugen?

Wir wollen überhaupt nicht, dass das Fahrrad bevorzugt wird. Wir wollen, dass alle Verkehrsmittel angemessen und ausgewogen gefördert werden, sodass alle Frankfurter*innen für den jeweiligen Zweck und Weg das richtige Verkehrsmittel wählen können.

Zurzeit ist es so, dass auf den Frankfurter Straßen das Auto das am meisten genutzte Verkehrsmittel ist: derzeit werden in Frankfurt 61 % der Personenkilometer (Personenkilometer sind die zurückgelegten Kilometer multipliziert mit den beförderten Personen. 2 Personen, die 10 km Auto fahren, haben z.B. 20 Personenkilometer zurückgelegt) mit dem Auto zurückgelegt, während auf das Fahrrad nur 7 % entfallen. Wir wollen, dass sich das ändert. Unserer Meinung nach wurde in den letzten Jahrzehnten das Auto in der Verkehrsplanung bevorzugt behandelt. Wir möchten, dass ausgeglichene Verhältnisse hergestellt werden; und dafür muss unserer Meinung nach das Fahrrad stärker gefördert werden.

Prognosen gehen davon aus, dass die Bevölkerung Frankfurts weiter ansteigen wird: auf bis zu 810.000 Einwohner*innen im Jahr 2030. Hinzu kommt der starke Pendelverkehr aus den umliegenden Kommunen, der wahrscheinlich auch zunehmen wird. Der KFZ-Pendelverkehr macht ca. 57 % der in Frankfurt zurückgelegten Auto-Kilometer aus. Wir glauben, dass das Fahrrad auch als Verkehrsmittel für Pendler von außerhalb Frankfurts eine große Rolle spielen kann.

Wir vom Radentscheid sind der Meinung, dass die Verkehrsinfrastruktur in Frankfurt jetzt schon an ihren Grenzen ist, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends. Wenn noch mehr Menschen sich für das Auto entscheiden, befürchten wir, dass die Situation endgültig untragbar werden würde. Eine Verschiebung des Verkehrs auf andere Verkehrsmittel, unter anderem auch das Fahrrad, aber auch ÖPNV und Fußverkehr, entlastet die Straßen und macht den zusätzlichen Verkehr bewältigbar.

Die Stadt setzt sich doch bereits für Radverkehr ein, zum Beispiel über die Mobilitätsstrategie und das Radfahrbüro. Warum braucht man da einen Bürgerentscheid?
Warum braucht man die von Euch geforderten Radwege? Radfahrer*innen können doch auf der Straße fahren.

Viele Menschen fahren bereits heute Fahrrad in Frankfurt, auch auf der Straße oder auf schlechten Radwegen. Das ist aber kein Grund, die Situation für Radfahrer*innen nicht noch verbessern zu wollen. Viele Menschen fahren noch nicht Fahrrad, weil sie sich auf der Straße nicht sicher fühlen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Bundesverkehrsministeriums fühlen sich 47 % der befragten Radfahrer*innen unsicher im Straßenverkehr . Dies würde sich unserer Meinung nach mit besserer Infrastruktur ändern.

Auch die mancherorts schon vorhandenen Busspuren sind keine Alternative. Viele Menschen fühlen sich unwohl, wenn sie mit großen Fahrzeugen wie Bussen in einer Spur fahren; und der unterschiedliche Fahrstil von Fahrrädern (im Vergleich langsam, aber durchgängig) und Bussen (schneller, aber mit Zwischenhalten) führt zu einem Katz-und-Maus-Spiel: An Bushaltestellen überholen die Fahrradfahrer*innen, nur um dann auf der Strecke wieder vom Bus überholt zu werden. Diese vielen Überholmanöver sind gefährlich.

Wir glauben, dass mit einer gut ausgebauten, breiten und, wo möglich und nötig, baulich getrennten Fahrradinfrastruktur viele Menschen, die sich momentan nicht in den Stadtverkehr trauen, auch das Fahrrad nutzen würden.

Radfahrer*innen sind doch nur eine Minderheit. Warum sollte man sich bei der Verkehrsplanung nach euch richten?
Was ist mit Menschen, die nicht Radfahren können? Zum Radfahren muss man körperlich fit sein.
Warum wollt ihr den Autos den Platz auf der Straße wegnehmen?
Was passiert mit den Parkplätzen entlang der Straßen?
Man kann doch nicht für alle Wege das Rad nehmen, weil sie zu lang sind oder man etwas Schweres oder Großes transportieren muss. Was soll ich denn machen, wenn ich doch mal ein Auto brauche?

Wir wollen auch gar nicht, dass alle Menschen immer mit dem Rad fahren. Wir wollen, dass alle Frankfurter*innen die Möglichkeit haben, das Rad zu nehmen. Das schließt aber nicht aus, dass man bei großen Besorgungen, für den Familienausflug oder aus irgendwelchen anderen Gründen auch mal das Auto nehmen kann. Wir wollen also nicht das Auto oder irgendein anderes Verkehrsmittel komplett abschaffen. Wir finden aber, dass Fahrrad, Fuß und ÖPNV die Umwelt schonen, weniger Lärm und Schadstoffe verursachen und Platz sparen. Das ist im Interesse aller Frankfurter*innen.

Wir finden, dass gerade für kurze Wege bis ca. 5 km das Fahrrad oft die beste Wahl ist, weil man schneller als zu Fuß unterwegs ist, nicht auf die Bahn oder den Bus warten muss und auch leichter einen Parkplatz findet. Mit besser ausgebauter Infrastruktur und einem elektrisch angetriebenen Fahrrad (Pedelec) lässt sich diese Weglänge noch weiter ausdehnen, was für die meisten Wege innerhalb Frankfurts mehr als ausreichend sein sollte.

Wird der zusätzliche Radverkehr nicht die Fußgänger*innen und Autofahrer*innen belästigen? Radfahrer*innen halten sich jetzt schon häufig nicht an die Verkehrsregeln.
Wird der zusätzliche Radverkehr nicht den Lieferverkehr behindern?
Wird der Einzelhandel nicht Kunden verlieren, wenn man den Autoverkehr einschränkt?
Wie sollen diese ganzen Maßnahmen denn finanziert werden?
Quellen

Warum sollte man den Radverkehr überhaupt unterstützen?

Umweltbundesamt (2016): Radverkehr. (letzter Zugriff am 30.3.2018)
Zukunft Mobilität
(2015): Vergleich unterschiedlicher Flächeninanspruchnahmen nach Verkehrsarten (pro Person). (letzter Zugriff am 30.3.2018)

Warum sollte man ein Verkehrsmittel den anderen (Auto, ÖPNV, Fuß) gegenüber bevorzugen?

Stadt Frankfurt am Main, Verkehrsdezernat (2015): Mobilitätsstrategie Frankfurt am Main, Statusbericht Juli 2015, Seite 9 und 12 (letzter Zugriff am 18.3.2018)
Fraunhofer IBP, im Auftrag Stadt Frankfurt am Main, Energiereferat
(2015): Generalkonzept im Rahmen des Masterplans „100% Klimaschutz“ der Stadt Frankfurt am Main , Seite 53 (letzter Zugriff am 18.3.2018)

Die Stadt setzt sich doch bereits für Radverkehr ein, zum Beispiel über die Mobilitätsstrategie und das Radfahrbüro. Warum braucht man da einen Bürgerentscheid?
Stadt Frankfurt am Main, Verkehrsdezernat
(2015): Mobilitätsstrategie Frankfurt am Main, Statusbericht Juli 2015. (letzter Zugriff am 18.3.2018)
Fraunhofer IBP, im Auftrag Stadt Frankfurt am Main, Energiereferat
(2015): Generalkonzept im Rahmen des Masterplans „100% Klimaschutz“ der Stadt Frankfurt am Main. (letzter Zugriff am 18.3.2018)

Radfahrer*innen sind doch nur eine Minderheit. Warum sollte man sich bei der Verkehrsplanung nach euch richten?
Stadt Frankfurt am Main, Verkehrsdezernat (2015): Mobilitätsstrategie Frankfurt am Main, Statusbericht Juli 2015. Seite 9 (letzter Zugriff am 18.3.2018)
Was ist mit Menschen, die nicht Radfahren können? Zum Radfahren muss man körperlich fit sein.

Umweltbundesamt (2016): Radverkehr. (letzter Zugriff am 30.3.2018)

Warum wollt ihr den Autos den Platz auf der Straße wegnehmen?

Zukunft Mobilität (2015): Vergleich unterschiedlicher Flächeninanspruchnahmen nach Verkehrsarten (pro Person). (letzter Zugriff am 30.3.2018)

Was passiert mit den Parkplätzen entlang der Straßen?

Zukunft Mobilität (2015): Vergleich unterschiedlicher Flächeninanspruchnahmen nach Verkehrsarten (pro Person). (letzter Zugriff am 30.3.2018)
Stadt Frankfurt am Main, Verkehrsdezernat
(2015): Mobilitätsstrategie Frankfurt am Main, Statusbericht Juli 2015. Seite 12 (letzter Zugriff am 18.3.2018)

Man kann doch nicht für alle Wege das Rad nehmen, weil sie zu lang sind oder man etwas Schweres oder Großes transportieren muss. Was soll ich denn machen, wenn ich doch mal ein Auto brauche?

Umweltbundesamt (2016): Radverkehr. (letzter Zugriff am 30.3.2018)

Wird der Einzelhandel nicht Kunden verlieren, wenn man den Autoverkehr einschränkt?

European Cyclists’ Federation : Shopping By Bike: Best Friend Of Your City Centre. Cycling and local economies. (letzter Zugriff am 18.3.2018)

Wie sollen diese ganzen Maßnahmen denn finanziert werden?

Stadt Frankfurt am Main (2017): Produkthaushalt für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017. Seite 1334ff, Seite 1357 (letzter Zugriff am 30.3.2018)